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NewsVeröffentlicht: 2026-11-01·Stand: 01.11.2026·4 Min. Lesezeit

Ein Eintrag gegen KI-Training: Google, Microsoft und OpenAI planen gemeinsames Signal

Alexander Weise, Gründer von WeiseMedia

Alexander Weise

Gründer & Lead Engineer bei WeiseMedia

[ KURZ BEANTWORTET // AUF DEN PUNKT ]

Google, Microsoft Bing und OpenAI haben am 30. Oktober 2026 angekündigt, künftig ein gemeinsames Signal in der robots.txt gegen KI-Training zu unterstützen. Der Eintrag stoppt weder das reguläre Web-Crawling noch beeinflusst er die herkömmliche Google-Suche, hat bei Google jedoch eine wichtige Konsequenz: Wer das Signal setzt, ohne Google-Extended gesondert zu erlauben, verliert künftig die Zitation in den Gemini-Diensten. Zudem ist das Signal noch nicht in Kraft und greift bei den Anbietern erst gestaffelt im Laufe des Jahres 2027.

Definition: Die robots.txt ist eine standardisierte Textdatei im Stammverzeichnis einer Website, über die Betreiber automatisierten Web-Crawlern mitteilen, welche Verzeichnisse abgerufen oder von der Erfassung ausgeschlossen werden sollen.
Redaktioneller HinweisDieser Beitrag schildert den aktuellen technischen Diskussionsstand zu Web-Standards und KI-Präferenzen. Er stellt keine Rechtsberatung (etwa zum Text- und Data-Mining nach Urheberrecht) dar.
Illustration: Eine hervorgehobene Zeile in einer robots.txt-Datei richtet sich an mehrere KI-Bots gleichzeitig

Was wurde angekündigt?

Bisher mussten Website-Betreiber für jeden KI-Crawler separate Regeln hinterlegen, um das Verwenden eigener Inhalte für Modell-Trainings zu steuern. Am 30. Oktober 2026 kündigten Google, Microsoft Bing und OpenAI an, künftig ein gemeinsames Signal in der robots.txt gegen KI-Training zu unterstützen.

Die Initiative basiert auf der AIPREF-Arbeitsgruppe der Internet Engineering Task Force (IETF). Google stellte das Vorhaben im Search Central Blog (Beitrag von John Mueller) vor und nannte in der Crawler-Dokumentation Anfang 2027 als Startzeitpunkt. Microsoft Bing beachtet die Präferenz ab dem 1. Februar 2027 beim Crawlen, während OpenAI eine Einführung in den kommenden Monaten plant.

Fachmedien wie Search Engine Roundtable und PPC Land werten die Einigung als ersten gemeinsamen Standard großer Anbieter im Zeitalter generativer Sprachmodelle.

Teilnehmende Anbieter, Zusagen und Zeitplan
AnbieterZusage zum SignalGeplanter Zeitpunkt
GoogleBeachtung des Signals; Disallow ohne Google-Extended-Regel blockiert Google-ExtendedAnfang 2027
Microsoft BingBeachtung beim Crawlen; getrennte seitenbezogene Steuerung für GroundingAb 01.02.2027 / Frist: 01.03.2027
OpenAIBeachtung des Signals; bot-spezifische Direktiven (wie GPTBot) bleiben wirksamKommende Monate

Wie funktioniert der neue Eintrag?

Der IETF-Entwurf draft-kelley-aipref-training-preference-signal-00 führt einen sogenannten Policy-Token namens __usage_ai-training ein. Dieser steht wie ein gewöhnlicher User-Agent in der robots.txt:

User-Agent: __usage_ai-training
Disallow: /
Allow: /presse/

In diesem Beispiel wird KI-Training für die gesamte Domain abgelehnt, der Pressebereich jedoch explizit freigegeben. Zwei Punkte aus dem Entwurf sind grundlegend:

Erstens gilt eine Sammelgruppe User-Agent: * ausdrücklich nicht für den Token; er muss eigens benannt werden. Zweitens handelt es sich um kein Crawling-Verbot: Bots dürfen Seiten weiterhin abrufen und indizieren.

Der Entwurf definiert KI-Training als das Anpassen interner Parameter generativer Modelle. Klassifizieren, Indizieren oder Ranken fällt nicht darunter. Der Entwurf ist ein individueller IETF-Draft ohne formalen Standard-Status; Details können sich noch ändern.

Was bedeutet das bei Google und Bing konkret?

Bei Google hat das Signal eine spürbare Nebenwirkung: Trägt eine Domain Disallow für das Token ein und nennt Google-Extended nicht gesondert, wertet Google dies automatisch als Sperre für Google-Extended.

Google-Extended regelt die Datenverwendung für Gemini-Modelle und Grounding in Gemini-Apps sowie Vertex AI. Grounding bedeutet, dass ein generatives Modell Webseiten heranzieht und als Quelle zitiert. Wer das Signal setzt, verliert diese Nennungen, bleibt in der regulären Google-Suche aber unverändert gelistet.

Microsoft trennt Training und Grounding: Das Training wird über robots.txt gesteuert, Grounding über seitenbezogene Metatags. Mit DisallowExtended kann die Zitierung in Copilot erlaubt, für externe APIs aber untersagt werden. Microsoft beachtet das Trainingssignal ab 1. Februar 2027; wer NoArchive oder NoCache nutzt, muss bis 1. März 2027 umstellen.

Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Unsere Einschätzung: Das gemeinsame Signal vereinfacht die Rechteverwaltung, bleibt aber eine freiwillige Zusage ohne technische Sperre. Für die meisten Unternehmen überwiegt der Nutzen digitaler Sichtbarkeit in KI-Antworten (GEO) den Schutz vor Trainingsdaten. Unsere Empfehlung:

  1. 1Ziele klären: Prüfen Sie, ob Sie nur Modelltraining ablehnen oder bewusst auf Zitate in KI-Suchsystemen verzichten wollen.
  2. 2Robots.txt prüfen: Kontrollieren Sie bestehende Sperren für Bots wie Google-Extended oder GPTBot.
  3. 3Google-Extended explizit erlauben: Wer Training untersagt, aber Zitate in Gemini wünscht, muss Google-Extended ausdrücklich freigeben.
  4. 4Bing-Fristen einhalten: Bisherige NoArchive-Regeln bis zum 1. März 2027 auf die neuen Metatags umstellen.
  5. 5Besonnen vorgehen: Da das Signal erst 2027 greift, besteht kein Grund zu überstürztem Handeln. Bei einer sauberen Next.js-Entwicklung in Berlin oder einem Website-Relaunch pflegen wir Direktiven zentral im Code. Details lesen Sie in unserem Leitfaden zu Google KI-Suche und Quellen-Links sowie zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.
[ PRAXISBEISPIEL AUS UNSEREM PORTFOLIO ]

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[ FAQ // HÄUFIGE FRAGEN ]

Häufige Fragen

Es handelt sich um einen neuen Policy-Token für die robots.txt, mit dem Website-Betreiber mehreren KI-Anbietern gleichzeitig mitteilen können, ob ihre Inhalte für das KI-Training verwendet werden dürfen. Er basiert auf einem IETF-Entwurf vom 30. Oktober 2026 und wird von Google, Microsoft Bing und OpenAI unterstützt.
[ QUELLEN & PRIMÄRDOKUMENTE ]

Verwendete Quellen & Nachweise

[ WEISEMEDIA // BERLIN STUDIO ]

Sie möchten wissen, was Ihre robots.txt heute über KI-Training und KI-Antworten aussagt und ob das zu Ihren Zielen passt? Wir prüfen Ihre Einstellungen und empfehlen eine klare Linie, bevor die neuen Regeln 2027 greifen.

Alexander Weise, Gründer von WeiseMedia

Alexander Weise

Gründer & Lead Engineer bei WeiseMedia

Alexander Weise ist Inhaber von WeiseMedia am Mariendorfer Damm in Berlin. Er konzipiert und programmiert High-End Next.js Plattformen, individuelle CRMs und spezialisierte Webauftritte mit Fokus auf Ladezeit, DSGVO-Sicherheit und Konversion.

[ WEITERE RATGEBER ]

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